Ein Bounce ist eine E-Mail, die nicht zugestellt werden konnte. Jeder Absender hat welche – entscheidend ist, wie viele und wie du darauf reagierst. Mailbox-Provider werten eine hohe Bounce-Rate als Zeichen für schlecht gepflegte oder gekaufte Listen und senken die Reputation. Dieser Ratgeber erklärt die Arten von Bounces, die wichtigsten SMTP-Codes und was du dagegen tun kannst.
Hard Bounce und Soft Bounce
- Hard Bounce: dauerhaft unzustellbar. Das Postfach existiert nicht, die Domain hat keinen Mailserver oder die Adresse ist ungültig. Solche Adressen müssen sofort gesperrt werden – weitere Versuche schaden nur.
- Soft Bounce: vorübergehend unzustellbar, etwa weil der Empfangsserver überlastet ist, das Postfach voll ist oder der Server erst später annimmt (Greylisting). Hier hilft es, die Zustellung mit wachsenden Abständen zu wiederholen.
- Policy-Ablehnung: Der Server lehnt die Mail aus inhaltlichen Gründen oder wegen der Reputation des Absenders ab. Das Postfach existiert; die Adresse zu sperren wäre falsch. Stattdessen musst du Authentifizierung, Inhalt oder Versandverhalten prüfen.
Die SMTP-Codes lesen
Empfangsserver antworten mit einem dreistelligen Code und oft einem erweiterten Statuscode nach RFC 3463:
| Code | Bedeutung | Reaktion |
|---|---|---|
250 | angenommen | zugestellt |
421, 451 | vorübergehend, z. B. Drosselung oder Greylisting | später erneut versuchen |
452 4.2.2 | Postfach voll | wiederholen, nach Tagen aufgeben |
550 5.1.1 | Empfänger unbekannt | sofort sperren |
550 5.1.10 | Domain nimmt keine Mails an (Null-MX) | sofort sperren |
550 5.7.1 | Richtlinie, Spam- oder Reputationsverdacht | nicht sperren, Ursache prüfen |
550 5.7.26 | Authentifizierung fehlt (z. B. bei Gmail) | SPF, DKIM, DMARC prüfen |
Nicht jeder Bounce kommt sofort. Manche Server nehmen eine Mail zunächst an und schicken später eine Unzustellbarkeitsnachricht (DSN) an den Return-Path. Auch diese asynchronen Bounces müssen ausgewertet werden.
Welche Bounce-Rate ist in Ordnung?
Als Faustregel gilt: Unter 2 % ist gesund, über 5 % ist ein ernstes Warnsignal. Bei einer frisch importierten, alten Liste können es schnell 10 % und mehr sein – dann solltest du erst gar nicht in voller Breite senden.
Die häufigsten Ursachen
- Veraltete Listen: Pro Jahr verfällt ein spürbarer Teil der geschäftlichen Adressen, weil Menschen den Job wechseln.
- Tippfehler bei der Anmeldung:
gmial.com,t-onlie.de. - Gekaufte oder gesammelte Adressen, oft mit Spamfallen darunter.
- Lange Versandpausen, nach denen viele Adressen nicht mehr existieren.
So senkst du die Bounce-Rate
- Double-Opt-In für jede Anmeldung – es filtert Tippfehler und falsche Adressen automatisch heraus.
- Hard Bounces sofort sperren und nie wieder anschreiben.
- Inaktive aussortieren: Wer seit Monaten nichts geöffnet oder geklickt hat, bekommt eine letzte Nachfrage und wird dann entfernt.
- Alte Listen vorsichtig reaktivieren: in kleinen Tranchen und mit Bitte um erneute Bestätigung.
- Authentifizierung prüfen, wenn Policy-Ablehnungen auftauchen.
5.1.x setzen die Adresse sofort auf die Sperrliste; ridu sendet nie wieder dorthin. Vorübergehende Fehler werden mit wachsenden Abständen bis zu 72 Stunden wiederholt. Policy-Ablehnungen sperren keine Adressen, werden aber im Dashboard sichtbar. Asynchrone Bounces kommen über den Return-Path zurück und werden ausgewertet. Steigt die Bounce-Rate einer Organisation über 4 %, pausiert ridu den Versand, bevor die Reputation leidet.